Adventskonzert in St. Oswald – Wenn Musik Gemeinschaft wird
Am Sonntag, den 14. Dezember 2025, erfüllte ein vielseitiger warmer Klang die St.-Oswald-Kirche in Stockach. Das Adventskonzert stand unter der Leitung von Heidrun Menzel, Chor- und Mittelstufenorchester und Anne Martin, Leitung des Klassenorchesters der 8. Klasse, die die musikalische Arbeit der vergangenen Wochen zusammenführten.
Bereits die eröffnende „Winterpavane“ ließ die besondere Akustik der Kirche erlebbar werden. Es folgten klanglich fein gezeichnete Beiträge wie die „Weihnachtspastorale“, in der das Mittelstufenorchester der gesamten 6. und 7. Klasse und das Klassenorchester der 8. Klasse seine gewachsene Klangkultur zeigte. Insgesamt standen an diesem Abend rund 190 Schülerinnen und Schüler auf und um den Altarraum – getragen von der Unterstützung zahlreicher Eltern, die im Hintergrund beim Stühlerücken, Instrumente-Tragen und Organisieren halfen.
Ein besonderer Moment entstand, als die Altflötenmusik der 6. Klasse aus dem hinteren Raum der Kirche erklang – Klänge aus einer anderen Richtung, die den Raum öffneten und das Publikum mitten in das Geschehen hineinnahm.
Zu den musikalischen Höhepunkten des Abends zählte die eindrucksvolle Interpretation von „Drei Nüsse für Aschenbrödel“. Das gesamte Schülerorchester unterstützt von neun Xylophonen, vier Glockenspielen und einer Solopianistin wagte sich an ein anspruchsvolles Werk – konzentriert, rhythmisch präzise und mit spürbarer Freude am gemeinsamen Spiel.
Auch stimmungsvolle Advents- und Weihnachtslieder wie „Lichteradvent“, „Welch eine wundersame Nacht“ und „Lasst die Glocken klingen“ verbanden das kleine Orchester aus dem Umfeld und Kollegium der Freien Waldorfschule Wahlwies und den Kinderchor der 3. bis 6. Klasse zu einem klangvollen Ganzen.
Ein besonders verbindender Moment entstand dort, wo die Grenze zwischen Bühne und Publikum aufgehoben wurde: Bei „Hört der Engel helle Lieder“, „O du fröhliche“ und „Christmas is Coming “ waren alle Anwesenden eingeladen mitzusingen. Die rund 600 Zuhörerinnen und Zuhörer füllten den Raum mit ihren Stimmen – ein Augenblick, in dem sich die Idee des gemeinsamen Musizierens auf eindrückliche Weise zeigte.
Die hellen Stimmen des Kinderchors, der erst nach den Herbstferien mit den Proben begonnen hatte, berührten dabei besonders die Herzen. Zunächst in den einzelnen Klassen eingeübt und später zusammengeführt, entstand ein Chor, der mit Leichtigkeit und Klarheit den Raum erfüllte.
Das Konzert war Teil eines gewachsenen musikalischen Weges. Seit Anfang November hatte sich eine besondere Stimmung aufgebaut, getragen von mehreren Aufführungen: einem Orchesterkonzert für die 1. und 2. Klasse, einem Chorkonzert im Foyer unserer Schule für die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, einem Konzert für 120 Kindergartenkinder aus den umliegenden Einrichtungen – und schließlich dem großen Adventskonzert in der Kirche. „Eins war schöner als das andere“, so der Eindruck vieler Beteiligter.
Was diesen Weg auszeichnet, ist das klassenübergreifende Arbeiten von Klasse 3 bis 8, das die Schule prägt. Die gesamte Probenzeit war von einer entspannten und konzentrierten Atmosphäre getragen.
So blieb am Ende nicht nur die Erinnerung an ein festliches Adventskonzert in einer voll besetzten Kirche, sondern vor allem an eine Zeit, in der die zauberhafte Musik eine ganze Schule durchgetragen hat – bis hinein in diesen Dezemberabend, an dem sie in der St.-Oswald-Kirche noch einmal besonders hell aufleuchtete.
Kristin Yildiz















