Alle Beiträge von Daniel Schaarschmidt

Die Präsentation der Jahresarbeiten

Am 15. Januar 2021 hätte eigentlich das Präsentationswochenende der Jahresarbeiten unserer 12. Klasse stattfinden sollen. Doch, wie so vieles schon im letzten Jahr, bleibt es bei „eigentlich“.
Uns war natürlich schon Anfang Dezember klar, dass wir die Präsentationen nicht wie üblich
in großem Stil in der Turnhalle werden durchführen können, entwickelten aber viele Ideen,
wie wir dieses wichtige Ereignis trotzdem würdig gestalten könnten. Die Präsentation der
Jahresarbeiten ist ja für die Schüler ein Highlight und auch der wichtigste Abschluss ihrer 12-
jährigen Waldorfschulzeit. Wir hofften noch, dass die Corona-Bestimmungen nach den
Ferien uns die Möglichkeit lassen würden, die beiden Abschlussklassen, 12. und 13.
Klasse, im Präsenzunterricht in der Schule zu unterrichten. So planten wir, die Vorträge in
den Gelben Saal zu verlegen und sie online für Eltern und Interessierte zu übertragen.
Anwesend im Gelben Saal sollten dann nur die Schüler der 12.Klasse und ein paar Lehrer
sein. Herrn Lehle konnten wir für die technische Umsetzung schnell gewinnen. Blieb noch
die Frage, wie wir auch die künstlerischen Darbietungen in so guter technischer Qualität
übertragen könnten, dass sowohl die darstellenden Schüler als auch die Zuschauer daran
ihre Freude hätten. Dafür konnten wir Herrn Wacker, der professionell als Mediengestalter
Bild und Ton im Bereich Liveübertragungen im Fernsehen tätig ist und an unserer Schule
auch den IT Bereich unterstützt, gewinnen. Es folgten viele Telefonbesprechungen und
Planungen bezüglich der technischen Ausrüstung, des Aufbaus, der Proben….! Die Schüler
mussten sich genau überlegen, was sie jeweils an technischer Unterstützung bräuchten und
sollten Sponsoren finden, die – trotz des sehr fairen Angebots von Herrn Wacker – die nicht
unerheblichen Kosten unserer ganzen Planung auffangen könnten. Anfang Januar hatten wir
dann den Eindruck, das meiste bedacht zu haben; Herr Lehle und Herr Wacker wollten am
Donnerstag, 7. Januar, mit dem Aufbau der Technik beginnen. Doch dann kam der Abend
des 5. Januars und uns wurde klar, dass wir die ganze Planung stoppen müssen.
Wir geben aber nicht auf, sondern wollen in einem zweiten Versuch mit der gleichen oder
ähnlichen Planung, die dann an die aktuelle Situation mit entsprechendem Hygienekonzept
angepasst wird, das Präsentationswochenende vom 5.-7. Februar durchführen.
Wenn es soweit ist, werden wir Sie über die Möglichkeiten der online-Teilnahme rechtzeitig
informieren.
Ein besonderer Dank gilt Herrn Lehle und Herrn Wacker, die bis jetzt schon viel Zeit investiert
haben, um die besondere Gestaltung der Präsentationen möglich zu machen!

Für das Team der Jahresarbeiten: Anne Martin

 

Die Organe des Menschen – Biologieepoche in der 10. Klasse

 Für den Biologieunterricht der 10. Klasse schlägt Rudolf Steiner vor „den Menschen als einzelnes Wesen verständlich zu machen“. Dem entsprechend beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse in der Biologieepoche mit den menschlichen Organen.
Dabei steht der Mensch ganz im Zentrum der Betrachtung und nur vereinzelt wird ein Vergleich
mit dem Tierreich angestellt. Zugeschnitten auf die Epoche gibt es ein biologisches Praktikum mit je einem Drittel der Klasse, in dem die Inhalte der Epoche praktisch und damit sehr anschaulich vertieft werden können. Nicht alle Organe können gleich intensiv besprochen werden. Ein großer Fokus liegt auf dem menschlichen Herzen, das wir sehr ausführlich beleuchteten. Wir sahen uns die Anatomie und Physiologie des Herzens genau an, gingen der Frage nach, ob das Herz nun eine Pumpe ist oder nicht und was das Herz neben seiner blutfördernden Tätigkeit noch alles vermag.
In dem Zusammenhang wird man ganz von selbst auf eine andere Rolle des Herzens aufmerksam: Das Herz ist auch ein Ausdrucksorgan seelischer Regungen und ein
Erkenntnisorgan im Ringen um den richtigen Weg. Diese beiden Tätigkeiten bleiben aber einer rein wissenschaftlichen Herangehensweise verschlossen. Und doch spüren viele Menschen
diese besondere Rolle des Herzens, wenn sie in sich hineinhören und ihren bisherigen Lebensweg Revue passieren lassen. Die Schülerinnen und Schüler nähern sich dem Thema, indem sie zunächst Sprichwörter sammeln. Da zeigen sich viele Hinweise, dass das Herz eine besondere moralische und emotionale Instanz zu sein scheint, die dem rein rationalen Urteil eine wichtige Komponente zur Seite stellt. Welche Sicht auf das Herz die Schülerinnen und Schüler „im Herzen tragen“ zeigt sich aber ganz besonders in der Gestaltung der Titelbilder für das Epochenheft. Obwohl doch zahlreiche Organe im Unterricht vorkommen, ist häufig das Herz auf dem Titelbild zu sehen und das meist sehr kunstvoll und ausdrucksstark. Die Darstellung einer Pumpe war da noch nie dabei.
                                                                                                                                                                 Michaela Schäfer

 

Aktuelle Corona-Informationen

Liebe Eltern,
liebe Schulgemeinschaft,

sehr häufig erreichen uns Anfragen von einzelnen Eltern und KollegInnen, wie wir die verschiedenen Regeln und Themen in der Pandemiezeit handhaben.
Hier möchten wir Sie auf die aktuellen Corona FAQ des Bundes der Freien Waldorfschulen hinweisen, die sicherlich schon einige Ihrer Fragen beantworten:
https://www.waldorfschule.de/ueber-uns/corona-faq

Außerdem können Sie den aktuellen Hygieneplan der Schule stets über das Schulbüro abrufen.

Nachfolgend finden Sie die aktuellsten Informationsschreiben an die Schulgemeinschaft zum Nachlesen:

Elternbrief Klasse 1 bis 8 vom 15.01.2021

Elternbrief Klassen 9-13 Januar 2021

Elternbrief Klassen 1-8 Januar 2021

Elternbrief Notbetreuung Januar 2021

ElternInformationLockdown 13.12.2020

Pressemitteilung Bundesweiter Lockdown Regelungen Schulen Kitas 13.12.2020

Elternbrief 11.12.2020

Elternbrief Weihnachtsferien 04.12.2020

Hygieneplan 02.12.2020

Elternbrief 23.11.2020

Elterninformation Versorgung Unterrichtsmaterial 07.11.20 

Stellungnahme der Schulleitung 22.10.2020

i.A. Das Schulbüro

Vom Klassenspiel der 12. Klasse

Es gibt die Entwicklung des Dramas und es gibt Shakespeare“ – Frau Nixdorf, 2020

Herzlichen Dank an Jürk Langer für die eindrucksvollen Bilder

 

                                    Herzlichen Dank an Michael Dörfer für die schönen Eindrücke 

Der Beginn unseres 12. Schuljahrs hatte schon mehrere Überraschungen im Ärmel. Dank Corona hatte wahrscheinlich niemand einen wirklich „normalen“ Start erwartet, doch die Nachricht, dass wir unser Klassenspiel schon in weniger als sechs Wochen aufführen würden (falls es denn eine Aufführung geben würde), kam dann doch unerwartet. Statt wie normal ein halbes Jahr lang jede Woche eine Stunde Zeit für Überlegungen und Organisatorisches zu haben, fand z.B. der sonst eher langwierige Prozess der Stückwahl an einem Tag statt. Am Freitag vor unserer dreiwöchigen Intensivprobenzeit sammelten und stellten wir Stücke vor, die wir auch sofort zur Wahl stellten. Das Stück das am meisten Stimmen bekam war „Der Kaufmann von Venedig“ von William Shakespeare. Am folgenden Montag bekamen wir die Textbücher und den Auftrag uns das Stück einmal komplett durchzulesen. Nach einer erstaunlich friedvollen Rollenverteilung, konnten wir uns endlich richtig in die Probenarbeit stürzen.

 Wie vieles im Leben gab es auch in unserem Fall ein Glück im Unglück. Wegen COVID-19 mussten viele Betriebe und Menschen leiden. So auch die Druckerei Uhl welche in dieser Zeit pleiteging. Diese Situation ist eine wirklich ernst zu nehmende, trotzdem entstand ein Fünkchen schönes daraus, nämlich die Möglichkeit in der nun leeren Halle zu proben und aufzuführen.

 Unsere Probenarbeiten machten schon schnell viel Spaß. Das Anlegen der Szenen ging im großen und ganzen recht fix – auch wenn Geduld durchaus gefragt war – und schon bald ging es darum tiefer in das Stück zu kommen. Wir konnten zuschauen, wie es sich entwickelte und wir immer weiter in die Gassen Venedigs eintauchten und die große, kalte Halle nach und nach zu einem vertrauten, friedvollen Ort wurde, welcher von Lachen gefüllt war.

Bevor wir uns jeden Tag an die einzelnen Szenen machten, wärmten wir uns mit diversen Theaterübungen und Impro-Theater auf. So entstand ein lustiges Szenario nach dem nächsten und nicht selten kugelten wir uns auf dem Boden vor Lachen. Ähnlich war es beim eigentlichen Stück, als beim Vertiefen von mancher Szene, neue, gezielt überspitze Elemente dazu kamen und wir zwischendurch auch ins improvisieren kamen.

Die ersten anderthalb Wochen vergingen wie im Fluge, und wir freuen uns schon auf den Rest unserer Proben und die Aufführungen! Leider müssen wir aufgrund der besonderen Zeit auf öffentliche Vorführungen verzichten.

Stückzusammenfassung:

Unser Theaterstück „Ein Kaufmann von Venedig“ von William Shakespeare dreht sich um den Konflikt zwischen Christen und Juden. Nach vielen Jahren der Unterdrückung und Erniedrigung der Juden, verleitet eine Reihe von Ereignissen einen reichen christlichen Kaufmann namens Antonio dazu, auf einen Juden zuzugehen und Geld von ihm zu leihen. Antonios bester Freund will um die Hand der wunderschönen und reichen Porzia bitten, und braucht dafür das Geld welches Antonio borgt, da alle seine Reichtümer zur Zeit auf der See sind.  Da Antonio keine Zinsen für das geborgte Geld geben will, lässt ihn der Jude namens Shylock eine Schuldverschreibung unterschreiben, nach der er ein Pfund Fleisch aus Antonios Körper schneiden dürfe, falls dieser seine Schuldfrist überschreitet.

Zur selben Zeit treffen zwei weitere Menschen aus jüdischer und christlicher Herkunft aufeinander. Diese sind jedoch nicht von Hass, sondern von Liebe getrieben. Shylocks Tochter Jessika ist in einen Christen verliebt und will mit ihm aus dem strengen Haus ihres Vaters entfliehen.

Eines kommt aufs nächste: die Spannung zwischen Christen und Juden steigt, Verwirrung wird gestiftet, Freunde verraten, Liebe entfacht, Gnade gefordert bis plötzlich das Schicksal in unerwarteten Händen liegt.                                                                                                           Die 12. Klasse

 

Die Einschulungsfeier als Auftakt zu einer gemeinsamen Reise

Herzlich willkommen, liebe Erstklässler

Samstag, 19. September 2020. Für über 30 Familien ist es ein wichtiges Datum; Ihre sechs- und siebenjährigen Kinder kommen in die Schule. Die Einschulungsfeier in der Turnhalle der Freien Waldorfschule Wahlwies ist der Startschuss für eine gemeinsame Reise für Eltern, Kinder und deren Klassenlehrerin. Mit Spannung und Vorfreude betreten sie das gemeinsame Schiff und
sind bereit, auf eine gemeinsame achtjährige Fahrt. In der Turnhalle sitzen die Kinder gebannt nebeneinander in zwei Bankreihen. An ihren Rücken die großen, bunten Schulranzen. Hinter ihnen die Eltern und Geschwister, vor ihnen die Bühne und der aus Efeuranken und Sonnenblumen geschmückter Torbogen, durch den jedes der Kinder hindurchschreiten wird. Doch bis es soweit ist, eröffnen die Streich- und Zupfinstrumentenspieler der sechsten Klasse musikalisch die Feier. Frau Flegar, eine der Eurythmistinnen der Schule, heißt Kinder, Eltern und vor allem die neuen Familien willkommen in der Schulgemeinschaft.
Die Halle überkam ein Schweigen, die Klassenlehrerin, Frau Julienne Winter, betritt die Bühne, die Augen der Kinder sind groß. Die Klassenlehrerin ruft das erste Kind auf, es schreitet entschlossen durch das Tor, wo es wärmstens von ihr mit einer Sonnenblume empfangen wird. Die Klassenhelferin, Ronja Bopele, zeigt jedem Kind, wo es sich auf der Bühne aufstellen kann. Ob mit zartem Schritt, festem Tritt oder einem letzten Blick zurück zu den Eltern, alle 34 Kinder haben den Mut und die Kraft durch den Bogen zu gehen. Gemeinsam sind sie die erste Klasse der Freien Waldorfschule Wahlwies. Nach einem Moment der Rührung bei der Lehrerin und einigen Eltern, lauschten alle dem Beginn des Grimmschen Märchen „Die Kristallkugel“.
Zum Ende der Feier lädt die Klassenlehrerin die Erstklässler in das gemeinsame Klassenzimmer ein. Erstklässler für Erstklässler hält sich an einem langen Schiffstau fest. Während die Klänge der Instrumente den Raum erhellen, ziehen die Kinder, geführt von der Klassenlehrerin an den Eltern vorbei hinaus.

Julienne Winter