Zauberflöte – Eindrücke vom Singspiel der 6. Klasse

Manchmal werden Träume wahr

So erzählte Sabine Meinhard, Klassenlehrerin der 6. Klasse,  vor der letzten Aufführung der Zauberflöte, dass der Traum, die Zauberflöte einmal mit einer Klasse aufzuführen, 1977  im Lehrerseminar  geboren wurde. Ende Februar 2019, 42 Jahre später, war es soweit als die 6. Klasse der Freien Waldorfschule Wahlwies die Zauberflöte im voll besetzten Gelben Saal insgesamt viermal aufführte. Mit Freude und großer Ernsthaftigkeit standen die Schüler auf der Bühne, auf der Schwelle zwischen Kindheit und Jugendalter. Nicht nur der dreistimmige Gesang beeindruckte, sondern es war ein bis ins kleinste Detail durchdrungenes Gesamtkunstwerk. 

Zu Hilfe
Der Vogelfänger
Du feiner Täubchen
Wie stark klingt dein Zauberton
Das klingt so herrlich

Vom 21. bis 24. Februar fanden die vier Aufführungen der Zauberflöte der 6. Klasse statt. Die ersten Gesänge lernten die Schülerinnen und Schüler bereits auf der Orchesterfahrt zu Beginn des Schuljahres kennen. Der Text kam im Januar dazu. Aus mehreren Vorlagen stellte ich unsere Textfassung zusammen, die trotz Kürzungen alle Handlungsstränge beinhaltete und sich sehr nahe am Originaltext hielt. Frau Menzel wählte die Arien aus und wurde immer wieder mit der Schwierigkeit konfrontiert, dass Mozart schließlich für ausgebildete Opernsänger komponiert hatte. Manche Tonhöhen oder – tiefen waren für die Sechstklässler unerreichbar. Dadurch entstand z.B. ihr Kunstgriff, den dreistimmigen Gesang der drei Knaben „a cappella“ singen zu lassen. Auch wurde die eine oder andere Arie im Sinne Mozarts leicht verändert oder sogar taktweise eine 2. Stimme hinzugefügt. Nach intensiven und sehr fröhlichen Probenzeiten auf der Bühne, wo Schauspiel und Gesang sich nun finden mussten, kamen die Aufführungen. Die Schülerinnen und Schüler haben während der Probenzeit und nach allen Aufführungen kurze Impressionen geschrieben. Hier sollen nun einige zu Wort kommen.

Während der Probenzeit: … Anfangs übten wir mit Frau Menzel nur die dreistimmigen Lieder. Später wurden die Rollen verteilt und wir erhielten die Texte. Danach haben wir die Szenen erstmal im Klassenzimmer geübt. Dann ging es endlich auf die Bühne. … Ich, einer der sprechenden Priester, kam erst spät dran und so waren die Proben anfangs eher langweilig. Als ich dann auf die Bühne durfte war ich sehr aufgeregt. Aber es gefällt mir, diese Rolle zu haben. … Mit den Liedern sind wir schon weit, aber die Proben laufen nicht immer gut. Insgesamt macht es Spaß. … Manchmal ist es ein bisschen langweilig immer zuzusehen. Ich glaube, dass es eine schöne Aufführung wird. … An einem Samstag probten wir im Gelben Saal, so als wäre es eine Aufführung. … Die Rollenverteilung finden wir gerecht und jede Rolle passt zu jedem. … Wir Knaben haben im ersten Teil nur einen Auftritt. Ansonsten sitzen wir viel auf der Bank. Im zweiten Teil haben wir mehrere Auftritte und weisen Tamino und Papageno den Weg. Auch halten wir Tamino und Papageno auf, damit sie sich nicht umbringen. … Den Marsch der Priester finde ich ziemlich schön. Ich glaube, dass unser Stück sehr gelingt. Unsere Kostüme finde ich alle wunderschön. … Frau Menzel teilte uns in drei Stimmen ein und übte mit uns. Es machte wirklich Spaß, war aber nicht immer leicht. Später begleitete uns Frau Ruby auf dem Klavier. Manche Lieder fielen sogar ihr etwas schwer. … einige Kostüme wurden extra für uns genäht. Wir probierten alles an einem Samstag in Ruhe an und schauten, was noch zu ändern war. … Bald proben wir zum ersten Mal mit unseren Kostümen. Ich bin schon so gespannt, wie die Aufführungen werden. … Ich als Sarastro finde es eigentlich sehr toll. Die Proben gehen manchmal schief, vor allem bei der Szene, wo ich Monostatos den Dolch aus der Hand nehmen muss. Die Proben sind manchmal sehr anstrengend, weil man immer leise und aufmerksam sitzen muss. Das Singen ist sehr schön. Es ist manchmal in der 3. Stimme schwer, weil es so tief und dann wieder hoch ist. … Das Sprichwort „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“ stimmt komplett! Wir konnten am Anfang keine Texte, aber jetzt läuft es super gut. Frau Ruby begleitet uns auf dem Klavier. Allgemein, wir freuen uns auf alle die Auftritte und wir sind sehr stolz auf Frau Meinhard, dass sie uns jeden Tag aushält. Es ist eine tolle Probenzeit.

Nach den Aufführungen: … Vor den Aufführungen waren wir sehr aufgeregt und als wir über die Bühne kommend an unsere Plätze gingen, kribbelte es sogar. Das Scheinwerferlicht war sehr heiß. … Zu Beginn einer jeden Aufführung war es überraschend, so viele Menschen im Saal zu sehen. Wir waren alle sehr aufgeregt und haben auch kleinere Fehler gemacht. … Die Aufführungen waren insgesamt sehr gut. Doch hinter den Kulissen war es manchmal chaotisch. Die Umbauten waren manchmal sehr laut und wir haben auch Requisiten vergessen. … Frau Meinhard hat immer gesagt, wir müssen auch die Endungen der Wörter sprechen. Und trotz Schnupfen waren die Mitschüler gut zu verstehen. … Im Nachhinein waren wir einerseits froh, dass es zu Ende ist, weil es viel Arbeit war und andererseits sind wir traurig, dass das Projekt so schnell vorbei war. Wenn es nach uns ginge, würden wir es nochmals aufführen. Es hat uns gefallen, dass Frau Menzel, Frau Meinhard und Frau Ruby so viel Zeit und Energie für uns in die Zauberflöte gesteckt haben. … Nach der letzten Aufführung kamen viele Menschen zu uns, lobten die Gesänge, das Sprachtalent unserer Klasse und uns alle. … Die Menschen, die uns gesehen haben, waren alle sehr begeistert von unseren Schauspiel- und Singkünsten. Wir waren aber auch wirklich sehr gut. … Als die erste Aufführung war, war ich sehr aufgeregt. Auf der Bühne war es sehr heiß. Der Gesang ist uns gelungen – allerdings etwas schief manchmal. Nach der Aufführung waren wir froh, dass es vorbei war und freuten uns auf die nächste Aufführung. In der letzten Aufführung waren wir alle sehr aufgeregt. Aber wir schafften es. Am Ende war es schade, dass es so schnell vorüber war. … Nach den vielen Proben klopfte auch schon die erste Aufführung an die Tür. Alle waren aufgeregt. Eigentlich waren alle Aufführungen sehr gut, bis auf ein paar kleine Fehler. Es hat viel Spaß gemacht und ich finde es schade, dass es schon vorbei ist. Ich hätte gern noch mehr Aufführungen erlebt. Ich glaube, dass es allen Gästen gut gefallen hat.

Sabine Meinhard und Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse