Waldwoche der siebten Klasse

Heiße Muskeln und Kalte Füße

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Wir bekamen ein Waldstück an der Straße nach Nenzingen zugewiesen, und einige Eltern warfen am Samstag vor dem Startschuss ihre Motorsägen an und legten schon mal jede Menge junge Bäume flach. Als wir am Montag bei Schnee und minus 3 Grad mit der Arbeit begannen, lagen schon viele auf einen Meter zugeschnittene Stammstücke auf dem Waldboden. Unsere Aufgabe war es, diese an den Waldweg zu befördern, dort zu stapeln, sie in Anhänger zu verladen und an die Schule zu bringen.

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Wir hatten schnell raus, dass die „Kette“ das vernünftigste Beförderungssystem darstellte. Man kam in einen Rhythmus, konnte kleine Scherze machen und motivierte sich gegenseitig. Trotzdem stellte die Arbeit eine große Herausforderung dar. Die Stämme wogen zwischen 5 und 15 kg, waren nass und kalt, oft noch mit Schnee bedeckt. Handschuhe waren schnell durchnässt und das Lagerfeuer wollte nicht so richtig in Gang kommen. Da kam die heiße Suppe, die an jedem Tag von freundlichen Müttern serviert wurde, wie Manna vom Himmel!

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Als wir 50 Ster Holz an die Schule transportiert hatten, begann die Verarbeitung. Jeder Stamm musste auf die bestellte Länge gesägt, gespalten, wieder gestapelt, wieder auf Hänger verladen und schließlich ausgeliefert werden. Wieder kamen enthusiastische Eltern und halfen uns bei unseren Bemühungen. An die große Säge durften Schüler natürlich nicht, aber das Spalten mit Maschine oder einfach nur der großen Axt war vielen eine rechte Freude. Am Freitag, dem Hauptliefertag, fielen gleich morgens 15 cm Schnee auf alle Straßen und unsere sauberen Stapel, der Chef setzte sein Auto gegen den Schulzaun und die Wettervorhersage prophezeite Regen! Ließen wir uns davon die Arbeit vermiesen? Auf keinen Fall. Wir packten einfach noch härter an. Als es einmal kein freies Auto gab, wurde ein voll beladener Hänger von Schülern den Maisenbühl hinaufgezogen und bei Herrn Knirck deponiert – wir werden doch nicht tatenlos herumstehen!

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Natürlich geht’s bei der Sache nicht in erster Linie ums Geld. Viele Schüler helfen hier und da einmal einen Tag im Garten oder bei der Ernte. Aber eine ganze Woche harte Knochenarbeit, jeden Tag von 8 bis 15 Uhr, im Winter? Wer sowas durchsteht, hat mehr als seine Muskeln gestählt! Als Klassenlehrer bin ich den gut zwanzig beteiligten Eltern unheimlich dankbar, dass sie durch ihren Einsatz den Schülern und Schülerinnen diese Woche ermöglicht haben. In den Schlussworten unseres Chefs: „Mann, habt Ihr was gewuppt!“

 

von Sven Saar