Eine Badewanne für die Gelbbauchunke

Als Sabrina Molkenthin vom Umweltzentrum Stockach über Frau Schleuter (Schülermutter, ELK, Klimarat) anfragte, ob Schüler der Waldorfschule bei einem Projekt für die Wiederansiedlung der Gelbbauchunke mithelfen könnten, war eine Gruppe Neuntklässler sofort bereit, sich zu engagieren. Ganz kurz vor dem Corona-Shutdown, am Donnerstag den 12. März, durften wir also noch eine gemeinsame Aktion durchführen. Wir fuhren mit drei Autos nach Hoppetenzell, wo in der Nähe des Friedhofs an einem sehr malerisch gelegenen Ort ein Gelände vom Umweltzentrum Stockach speziell für Amphibien und Libellen umgestaltet wurde. Ein kleiner Weiher wurde bereits 2017 angelegt, der zur Hälfte von Rohrkolben umwachsen ist und in dem schon einige Grasfrösche zu finden waren. Dieser Weiher ist aber nicht geeignet für die Gelbbauchunke. Sie ist ein Pionier und laicht nur in frisch entstandenen Tümpeln, in denen sich noch nicht viele andere Wassertiere angesiedelt haben, wie beispielsweise die räuberischen Libellenlarven. Solche Tümpel entstehen in unserer Kulturlandschaft mit begradigten Bächen, die kaum über die Ufer treten, nur selten, sodass die Gelbbauchunke kaum noch idealen Lebensraum vorfindet und zu den stark bedrohten Arten gehört. Unsere Aufgabe war es nun, unterhalb des Weihers zwei flache Tümpel auszuheben. Ausgerüstet mit Gummistiefeln, Spaten und Schaufeln und unterstützt von Frau Schleuter machten wir uns daran, in dem sehr matschigen Gelände zu schaufeln.

Die Schülerinnen und Schüler waren mit vollem Einsatz dabei und erledigten die anstrengende Arbeit mit Elan, Spaß und äußerst erfolgreich.Frau Molkenthin betreute uns hervorragend. Sie erklärte uns die Hintergründe des Projekts und machte deutlich, dass diese Arbeit aktiver Klimaschutz sei, da intakte Ökosysteme Kohlenstofffreisetzung verhindern. Immer wieder zeigte Sie uns Pflanzen und Tiere, die hier lebten und erzählte kurz etwas über deren Lebensgewohnheiten. So konnten wir z.B. Grasfrösche ganz genau betrachten.

Nachdem wir mit den Tümpeln fertig waren, entfernten wir noch junge Erlen, die sich zahlreich um den Weiher herum verbreiten und, würde man sie nicht in Zaum halten, in kurzer Zeit den Weiher vollständig beschatten und mit ihrem Laub füllen. Da schaffen viele Hände natürlich auch mehr, als wenn einzelne Naturschützer sich mit den Erlen abmühen. Der Einsatz der Schüler war also hochwillkommen und Frau Molkentin war sehr angetan von der fröhlichen Bereitschaft und Ausdauer der Schüler.

Und die Mühe hat sich gelohnt, denn die Gelbbauchunke hat die Tümpel zahlreich besiedelt. Bei einem Besuch der Stelle am 9. Mai konnten Frau Schleuter und ich den jetzt ziemlich eingewachsenen Ort und auch die sympathischen Unken bestaunen.

Ein ganz herzliches Dankeschön an Finn Künstner, Lilly Steinmetz, Kaya Wickertsheim, Naomi Römer, Ceylan Kadioglu, Tillen Frey, Samuel Bleyl und Yves Soika.

Damit die Unken auch nächstes Jahr wiederkommen, müssen im Frühjahr neue Tümpel ausgehoben werden oder die alten von Pflanzen befreit werden. Ich denke, da sollten wir wieder mit dabei sein.

Michaela Schäfer

Link zu einem Südkurier-Artikel über diese Schüleraktion