Ein neuer knochiger Freund für die Biologie

Homo sapiens reicht seinem nächsten Verwandten auf dem Stammbaum der Arten die Hand. Schöner wäre es, wenn der Mensch seine Sonderstellung unter seinen Mitlebewesen auch im echten Leben verantwortungsvoller einsetzen würde. Und um genau diese Sonderstellung und Besonderheiten des Menschen geht es auch immer wieder im Biologieunterricht und da freuen wir uns riesig über ein neues menschliches Skelett aus Kunststoff, das seit kurzem die Biologiesammlung bereichert. Ein Skelett ist für die anschauliche Darstellung der aufrechten Haltung des Menschen und die damit verbundene Freiheit der Arme sowie zahlreicher anderer Anpassungen an die Aufrechte unverzichtbar. Besonders in der Kombination mit dem Schimpansenskelett, das wir seit letztem Schuljahr in der Sammlung haben, werden diese Anpassungen besonders deutlich. Die aufrechte Haltung war wohl der Wegbereiter für die Vergrößerung des Hirnvolumens und letztendlich der besonderen geistigen, künstlerischen und intellektuellen Fähigkeiten des Menschen.

Unser altes Skelett aus echten Knochen war zunehmend brüchig geworden und für richtige Untersuchungen durch die Schüler schon fast unbrauchbar. Auch hatte so mancher Skrupel, ein echtes Skelett anzufassen. Für handfeste Untersuchungen ist ein Kunststoffskelett einfach besser geeignet. Der Arbeitskreis Fundraising nahm sich dem Wunsch der Biologiefachschaft gewohnt engagiert und tatkräftig an, mobilisierte Lehrmittelzuschüsse und verhandelte einen schönen Rabatt bei der Firma MV Medizintechnik. Ich freue mich sehr darauf, mit unserem neuen knochigen Freund in die nächsten Biologieepochen zu gehen und mit seiner Hilfe auch darauf hinzuweisen, dass der viele Platz im Schädel des Homo sapiens doch sinnvoll eingesetzt werden sollte.

Das aus Somso-Plast gefertigte Modell ist keine Massenware und wird nach Bestellung gefertigt. Unterstützt wurden wir bei der Anschaffung durch den Medizintechnik-Vertrieb von Heike Villbrandt aus Singen.

Da aus dem normalen Schulhaushalt solch eine Anschaffung nicht möglich gewesen wäre, wurde ein Teil der diesjährigen Lehrmittel-Zuschüsse dafür eingesetzt. Auch im aktuellen Schuljahr haben die Stadt Stockach und Umlandgemeinden Radolfzell, Allensbach, Bodman-Ludwigshafen, Büsingen, Eigeltingen,  Gottmadingen, Hilzingen, Mühlingen, Orsingen-Nenzingen, Sauldorf und Überlingen einen freiwilligen Lehrmittel-Zuschuss für die Freie Waldorfschule Wahlwies genehmigt. Wir freuen uns nicht nur über die finanziellen Mittel, sondern auch über die Anerkennung der Waldorfschule als bedeutender Bestandteil der Schullandschaft der Region.

Michaela Schäfer und der Arbeitskreis Fundraising